Lesung mit Micha H. Echt

Von unserem Redaktionsmitglied
Petra Konermann
(Quelle: Nordkurier/Müritz-Zeitung vom 25.04.2012)

Fast vier Jahre hat Michael Hecht aus Alt Schwerin an seinem ersten Buch geschrieben. Darin nimmt er seine Leser mit in ein Metier, das ihm aus seinem Berufsalltag bestens bekannt ist.

Malchow. Eigentlich, das gibt Michael Hecht bei seiner Lesung am Montag Abend in der Malchower Bibliothek „Leseratten“ e. V. unumwunden zu, habe er ein ganz anderes Buch schreiben wollen. Doch sich gleich mit dem Erstlingswerk in unbekanntes Terrain zu bewegen, das wollte er dann doch nicht wagen. So wurde „Der CaraWahn kommt selten allein“ geboren, ein amüsantes und unterhaltsames Buch über die schönen, aber auch durchaus auch tückischen Seiten, die Camping zu bieten hat – sowohl für Erholungssuchende wie auch für Campingplatzbetreiber. Und gerade hier kennt Michael Hecht sich bestens aus. Denn seit vielen Jahren betreibt er in Alt Schwerin einen Campingplatz und kann angesichts unzähliger Begegnungen mit Campern und Kollegen richtig aus dem Vollen schöpfen. „Autobiografisch ist mein Buch jedoch nicht. Aber natürlich fließen meine Erlebnisse und die von Kollegen ein. Aber manchmal ist das Leben selbst so verrückt, dass man das gar nicht aufschreiben kann. Das würde einem niemand glauben“, ist sich Michael Hecht sicher. Seine Leser nimmt der Alt Schweriner mit zu Oberamtsrat Klaus Dipendenti. Der beschließt, in Zeiten der Krise sein ganz persönliches Sparprogramm umzusetzen und mit den Kauf eines Wohnwagens kostengünstig Urlaub zu machen. Köstlich die Stellen, bei denen der Oberamtsrat samt Frau Gertrude auf einer Messe an das Objekt der Begierde, einen Wohnwagen, kommen, um es anschließend in einem Praxistest zu unterziehen – sicherheitshalber nicht auf einem Campingplatz, sondern in Omas Scheune… Michael Hecht entführt seine Leser auch an die Nordsee zu Campingplatz-Betreiber Marcus Bolso, der sein Unternehmen durch die Zeiten der Krise führen muss, der aber auch dem „Sturm der Liebe“ in persona seiner Nachbarin Constance begegnet. Diese literarische Figur war ursprünglich gar nicht vorgesehen, wie Michael Hecht erzählt. Doch ein Testleser hätte das Fehlen der Liebe bemängelt. „Und so kam Constance ins Spiel“, erinnert sich der Autor, der sein Buch unter dem Pseudonym Micha H. Echt veröffentlicht hat
Fast vier Jahre hat Michael Hecht an dem Buch geschrieben – übrigens ohne dass seine Familie davon wusste. „Das Buch sollte eigentlich nur 80 Seiten lang werden. Jetzt sind es über 400“, erzählt Hecht, der aber eigentlich noch jede Menge mehr geschrieben hat. Denn ursprünglich waren es mehr als 500 Seiten, die er – übrigens zunächst handschriftlich – aufs Papier gebracht hatte. „Das Wichtigste beim Schreiben ist das Streichen“, hat er gelernt. Eine Weisheit, die er wohl auch bei seinem nächsten Buch anwenden kann. Das, so betont er, werde jedoch keine Fortsetzung des „CaraWahn“, sondern widme sich einem ganz anderen Thema. „Darüber wird noch nichts verraten“, betonte Michael Hecht.

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